Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Vorstand und das Programmkomitee der AGNP laden Sie herzlich zu unserer kommenden Tagung ein und freuen sich, Sie zum 30. AGNP-Symposium in München vom 04. – 07. Oktober 2017 begrüßen zu dürfen.

Die Psychiatrie steht im klinischen wie im wissenschaftlichen Bereich vor großen Herausforderungen. Insbesondere muss unter den veränderten Bedingungen eines sich abzeichnenden neuen Vergütungssystems, dessen Form und Inhalt noch nicht abschließend feststehen, auch die klinische Forschung weiterhin sichergestellt werden. Gleichzeitig zeichnen sich ebenfalls fundamentale Veränderungen in der Interaktion mit der pharmazeutischen Industrie ab, die einerseits immer weniger Forschungsvorhaben von pharmakologisch interessierten Psychiatern fördern kann und sich andererseits gegenwärtig in einer Krise hinsichtlich der Entwicklung innovativer Präparate befindet. Zusätzlich wird vermehrt Kritik an dem bisherigen Einfluss von Wirtschaftsunternehmen auf die universitäre Forschung laut. Vor diesem Hintergrund wird das Symposium ganz ohne „Sponsoring“ durch Pharmaunternehmen organisiert werden.
Diese Änderung der „Sponsoring“-Kultur soll aber nicht in dem Sinne missverstanden werden, dass einer Zusammenarbeit zwischen forschenden Pharmaunternehmen und universitärer Psychiatrie kein hoher Stellenwert mehr eingeräumt wird. Gerade die nachgewiesene Unabhängigkeit psychiatrischer Forschung kann die erforderliche Zusammenarbeit mit pharmazeutischen Unternehmen am besten unterstützen. Entsprechend sind alle in der pharmazeutischen Industrie tätigen Ärzte und Wissenschaftler herzlich eingeladen, ihre Forschungsergebnisse auf dem AGNP-Symposium vorzustellen.

Eine erfreuliche Entwicklung ist die Tatsache, dass mittlerweile Entwicklungsstörungserkrankungen wie ADHS nun auch in der Erwachsenenpsychiatrie als Störungen von hoher klinischer Relevanz akzeptiert werden und gleichzeitig störungsübergreifende Konzepte wie Veränderungen der zirkadianen Rhythmik zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Bemühungen kommen.

Das 30. AGNP-Symposium bietet ein Forum, die Herausforderungen und Chancen zu diskutieren, die sich durch diese neuen Perspektiven ergeben.

Das 30. AGNP-Symposium bietet ebenso, wie gewohnt, die Möglichkeit, eigene Forschungsergebnisse aus Klinik und Grundlagenforschung vorzustellen, und mit einem breiten Fachkollegium aus dem In- und Ausland zu diskutieren.
Entsprechend bitten wir Sie herzlich, Ihre Beiträge in freier Vortragsform oder als Posterbeiträge für die Tagung einzureichen und so das attraktive Programm aktiv mit zu gestalten. Gleichzeitig freuen wir uns über möglichst zahlreiche Vorschläge für Symposien.

Wir planen im Rahmen des 30. AGNP-Symposiums Pro- und Kontradebatten zu aktuellen Themen mit renommierten Spezialisten als Diskutanten. Zudem werden die Posterbeiträge im Zentrum stehen, um insbesondere auch jungen Wissenschaftlern und Ärzten die Möglichkeit zu geben, ihre Forschungsprojekte vorzustellen. Zusätzlich werden wir Posterpreise ausloben, deren Preisträger sich und ihre Arbeiten in Kurzvorträgen vorstellen werden.

Zum Programm gehören auch Fortbildungskurse für verschiedene in Klinik und Forschung tätige Berufsgruppen. Wir wollen erstmals  auch nichtärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in vielen Forschungslabors aber auch in der klinischen Forschung z.B. als technische Assistenten und „study nurses“ hervorragende Arbeit leisten, adäquate Weiterbildungsangebote bieten.

Wir freuen uns, Sie im Oktober 2017 in München begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Jens Wiltfang
1. Vorsitzender der AGNP

Prof. Dr. Dr. Johannes Thome
3. Vorsitzender der AGNP,
Programmkomitee

Prof. Dr. Golo Kronenberg
Programmkomitee